Devil Forge…

Der geneigte Leser weiß schon was passiert ist.
Nach dem Schmiedekurs in Beckedorf hat die Lunte
weiter geglimmt und jetzt kam es zu einer Explosion…

Vor 47 Jahren habe ich während meiner Ausbildung zum Maschinenschlosser
das Schmieden erlernen dürfen. Jetzt ist die Flamme wieder am lodern.

Meine Werkstatt wurde um diverses Zubehör erweitert.
Dazu gehört auch eine Gasesse, ein Plasmaschneider,
ein Fülldraht Schweissgerät, diverse Schleifgeräte, fräsen kann ich auch
und ein kleiner Amboss aus einer Eisenbahnschiene hat den Weg zu mir gefunden.
Nach den ersten Versuchen kommen jetzt schon sehr anständige Messer dabei raus…
Jedes Messer, auch ein kompletter Satz, wird so von mir nur ein einziges Mal gefertigt. Immer aus hochwertigen Stählen mit sehr guter Schnitthaltigkeit
und exklusiven Griffmaterialien.

Ich betreibe dieses Kunsthandwerk als Hobby. Ich verdiene damit nicht mein Geld, sondern gebe die fertigen Messer zum Selbstkostenpreis ab. Wenn dann eine Spende für die Kaffeekasse dabei über bleibt bin ich zufrieden und kann in der Werkstatt nachrüsten oder auffüllen.

Mein eigenes Kochmesser

Und wieder hat Sabine die Schuld. Erst die Idee, in der Gastronomie wegen eines Praktikums anzufragen, ( was daraus geworden ist gibts unter Praktika ) jetzt die Idee mit dem Schmiedekurs. Tolles Geschenk!

Die Museumsschmiede in Beckedorf bietet Kurse an. Dort kann Mann unter fachkundiger Anleitung sein eigenes Messer schmieden.
Kein Problem, ein wenig das Eisen wärmen, ein bisschen schmieden, schleifen, Griff dran – FERTIG ….

Jooo, wie in der Profiküche hat auch hier die Arbeit nix mit den Bildern im Netz oder im Kopf zu tun. Nach einer halben Stunde mit dem Kilohammer habe ich das Gefühl, das mir der rechte Arm nicht mehr gehorcht. Die Zange in der linken Hand will auch nicht so, wie ich will. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt die Klinge endlich in Form.
Jetzt geht es ans Schleifen. Die Schneide soll 0,5 mm haben. Ist es mehr bekommt man es nicht scharf geschliffen, ist es weniger wird es beim Härten die Schneide verbrennen…
Zum Glück habe ich schon zuhause ein Muster aus Holz gebaut und den Rohling vorbereitet. Sonst wäre ich am ersten Tag nicht bis zum Härten gekommen. Macht also Sinn, wenn man gut vorbereitet ist. Mein Kursleiter nimmt die Klinge nach dem Härten mit nach Hase. Dort wandert sie für 3 Stunden bei 175 Grad zum Anlassen in den Ofen.

Tag 2 beginnt mit dem betrachten der Klinge und lauschen ob sie klingt. Das helle Pingggg hört sich gut an. Jetzt nur? noch der Feinschliff, die Griffmontage, das bearbeiten des Griffes bis er perfekt in meiner Hand liegt und das schärfen der Schneide.
Denkste… Die Feinbearbeitung 6 Stunden und das schärfen 3 Stunden.
Ich merke die Zeit garnicht, bin voller Adrenalin und Zufriedenheit.

Marcus und Olav, ganz lieben Dank für die fachkundige Hilfe bei dieser Herausforderung.

Hier ist der Link zum Video: