Piccata vom Hähnchen

Hier meine Version der Piccata alla Milanese.
Statt Schnitzel nehme ich ein Hähnchenfilet. Das wird der Länge nach halbiert, damit es dünner wird. Aus 2 Eiern und einer großen Handvoll frisch geraspelten Parmesankäse rühre ich die Panade an. Jetzt nur noch Nudeln aufsetzen und ein Glas Fond aufmachen. Jedes mal wenn im Backofen Hähnchenkeulen oder Flügel gebacken werden fange ich den Bratsatz auf und fülle ihn in Gläser.
Das hält sich recht lange im Kühlschrank.
Das Fett setzt sich oben ab und kann im kalten Zustand leicht entfernt werden.
Den Fond koche ich ein, würze ihn und gebe etwas Speisestärke dazu.
Die Piccata kommt in die nicht zu heisse Pfanne und wird goldbraun gebacken.
Wenn die Unterseite gestockt ist vorsichtig wenden und 5 Minuten backen. Wenden und weitere 5 Minuten backen.
Dazu die Nudeln und die kräftige Hähnchensoße.
Anrichten auf heissen Tellern. Wer mag raspelt noch Parmesankäse drüber.

Fondherstellung

Beim Schlachter meines Vertrauens habe ich mir anderthalb Kilo Sandknochen in kleine Stücke sägen lassen. Die gehen in den Backofen bei 175 Grad und rösten dort bis sie hellbraun geworden sind. Die Version mit dem Anbraten im Bräter ist mir zu risikoreich. Beim letzten Mal ist mir der Fond bitter geworden weil die Hitze zu groß war. Nach dem Röstvorgang gebe ich die Knochen in einen großen Topf und schmore sie mit Möhren, Sellerie und Zwiebeln kurz an, damit auch die Gemüse Röstaromen bekommen. Danach ablöschen mit Aceto Balsamico und einem guten Rotwein. Umrühren und einreduzieren. Das Bratgeräusch ist jetzt nur ein Blubbern. Sobald das Geräusch heller und zischender wird ist die Flüssigkeit fast verdampft. Jetzt wird es spannend, den Topfboden gut abkratzen und immer in Bewegung halten. Wieder ablöschen mit Rotwein. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis 2 Flaschen Rotwein und eine Flasche Balsamico verdampft sind. Jetzt aufgießen mit einer milden Rinderbrühe oder kaltem Wasser. Der Ansatz köchelt nun auf geringer Hitze für 2 Stunden vor sich hin. Rosmarin und Thymian, sowie eine kleine Knoblauchzehe köcheln mit. Wer jetzt glaubt das die Arbeit getan ist liegt knapp daneben … Jetzt muss immer wieder der sich oben absetzende Schaum abgeschöpft werden. Je genauer das passiert – desto glänzender nachher der Fond.

Nach 2 Stunden wird der Fond passiert, dann noch durch ein sehr feines Passiertuch gefiltert und auf ein viertel der Menge einreduziert. Auch dabei achte ich noch auf den Fond. Im Zweifelsfall immer mal wieder abschäumen. Eine kleine Menge brauche ich heute, der Rest wird in Einmachgläsern eingekocht. Vorratshaltung als Arbeitserleichterung…